Warschau, 20.10.1998
Dr. Jerzy Rudzinski
Dozent für Malerei und Bühnenbildnerei
an der Akademia Sztuk Pieknych (Kunstakademie) in Warschau
Dieses Zitat Iwona Bukowskis ist mittlerweile ihr Motto geworden. Es gibt
einen Einblick darauf, was Malerei für die Künstlerin bedeutet.
Ihre Bilder sind Ausdruck ihres Selbst und nicht selten auch ihrer momentanen
inneren Stimmung. Vor allem aber sind sie Ergebnis ihrer Beschäftigung
mit dem menschlichen Inneren an sich.
Iwona Bukowskis künstlerischer Werdegang begann in Warschau, wo sie
in einer Künstlerfamilie geboren wurde und zuerst russische Philologie
studierte, bevor sie sich für das Studium der Kunst an der Warschauer
Kunstakademie entschied. Nach dem Studienabschluß unternahm sie, eine
für ihre künstlerische Arbeit sehr wichtige Reise durch die damalige
Sowjetunion, Skandinavien, die Niederlande und ließ sich von der dortigen
Kunst inspirieren. Später lernte sie in Stockholm und in Uppsala bei
Prof. Riccardo de la Rossa, einem Schüler von Salvador Dalí..
Dort nahm sie die Möglichkeit wahr ihr Werk weiterzuentwickeln. Seit
vielen Jahren wohnt und arbeitet sie nun in Deutschland. Ihre Werke präsentierte
Iwona Bukowski bereits in Rahmen mehrerer Ausstellungen in Warschau, Stockholm,
London und natürlich auch in Deutschland.
Im Laufe ihres künstlerischen Werdegangs fand sie sehr früh zu
ihrem eigenen, sehr spezifischen Malstil. Bewußt arbeitet Iwona Bukowski
mit kräftigen Farben und starken Konturen. Sie unterstreichen zusätzlich
die Expressivität vieler ihrer Bilder. Aber auch helle Farbtöne
werden von der Künstlerin verwendet. Mit ihnen gestaltet sie Werke,
die bisweilen an die Kunst der Impressionisten erinnern. Iwona Bukowski
malt vorwiegend mit Öl auf Leinwand aber auch Pastellmalerei und Zeichnung
sind ihr nicht fremd. Das wichtigste Motiv ihrer Arbeit ist der Mensch,
wobei sein Körper eine Art Brücke zu der Psyche darstellt. Die
Ängste des Menschen, seine Suche nach dem Sinn, seine Schwächen
aber auch seine Träume versucht Iwona Bukowski stets nach außen
zu holen und in ihren Bildern zum Ausdruck zu bringen.
Keinen Moment lang wird der Betrachter dieser Werke von Langeweile ergriffen.
Während einigen ihrer Bilder von der in ihnen eingefangenen Energie
geradewegs zu zerspringen scheinen, sind die anderen hingegen voll von ruhender
Stille. Jedes ihrer Werke, ob leicht oder schwer zugänglich erweckt
beim aufmerksamen Betrachter schnell ein Gefühl von Vertrautheit. In
diesem Sinne wird man von der Kunst Iwona Bukowskis geradezu aufgefordert,
sich mit ihren Bildern und zugleich vielleicht auch mit sich selbst intensiv
auseinanderzusetzen.
Natascha Stelmaszyk, 1999